FAQ

Übersetzen ist...

...die schriftliche Übertragung eines Textes aus einer Ausgangssprache in eine Zielsprache.

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Was versteht man unter Ausgangs- und Zielsprache?


Als Ausgangssprache wird jene Sprache bezeichnet, aus der übersetzt wird. Die Sprache, in die der Text übertragen wird, nennt man Zielsprache.

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Wie errechnet sich das Honorar einer Übersetzung?

Das Honorar für Übersetzungen berechnet sich nach der Anzahl der Zeilen der fertiggestellten Übersetzung. Berechnungsgrundlage ist die Normzeile mit 55 Anschlägen. Bei der Festsetzung des Honorars wird von einem Richtsatz ausgegangen, der je nach Schwierigkeit bzw. Dringlichkeit entsprechend erhöht werden kann.
Für spezielle Textkategorien, wie etwa Werbetexte, können gesonderte Honorarvereinbarungen getroffen werden.
Literarische Übersetzungen werden, sofern es sich um längere zu veröffentlichende Texte handelt, nach Normseiten der Übersetzung verrechnet. Zusätzlich zum Seitenhonorar wird auch eine prozentuale Beteiligung am Absatz (Tantieme) und an der Verwertung der Nebenrechte vereinbart. Besondere Formen wie Lyrik, Theater, Unter- oder Übertitel werden nach Zeilen, pauschal oder nach Titeln berechnet. Die Honorare gelten die Einräumung des Rechtes zur Veröffentlichung und Verbreitung ab. Die Verwertung wird durch entsprechende Beteiligungen abgegolten.
Folgende Sonderleistungen können nach Zeitaufwand (Stundensatz) verrechnet werden:

  • besondere grafische Gestaltung
  • Lesen der Korrekturfahnen eigener Übersetzungen
  • Übersetzungen vom und auf Tonband
  • Redigieren von Texten, die von anderen Personen verfasst oder übersetzt wurden
  • Übersetzung nachträglicher Änderungen im Originaltext
  • u.a.

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Was ist eine Normzeile?

Eine Normzeile besteht aus 55 Anschlägen (d.h. Zeichen und Leerzeichen).

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Was ist eine Normseite?

Die Normseite ist die im Verlagsbereich eingeführte Verrechnungseinheit. Es handelt sich um eine auf 30 Zeilen zu max. 60 Anschlägen eingestellte Seite (ca. 1500 Anschläge). Der Zeilenfall der Übersetzung richtet sich nach dem Original. Zur Definition der Normseite siehe Wikipedia Normseite

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Was ist eine Absatzbeteiligung?

Betrag, den UrheberInnen für die Verwertung ihrer Rechte erhalten, auch als Tantieme bezeichnet. In der Regel handelt es sich um einen prozentualen Anteil, der vom Verkaufspreis des übersetzten Werkes berechnet wird.

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Was ist eine Nebenrechtsbeteiligung?

Nebenrechte sind all jene Rechte, die der Verbreitung eines Werkes dienen und die neben dem Hauptrecht der Veröffentlichung eingeräumt werden können. Dazu zählen zum Beispiel Taschenbuch- oder Buchklublizenzen und andere Sondereditionen oder die Rechte zur Dramatisierung, Vertonung, Verfilmung. ÜbersetzerInnen sind an den Erlösen aus den Nebenrechten prozentual beteiligt.

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Was zeichnet eine professionelle Übersetzung aus?

Übersetzen ist ein hochkomplexer Vorgang, der nicht nur Fremdsprachenkenntnisse erfordert, sondern ÜBERSETZERISCHE KOMPETENZ, d.h. die Fähigkeit einen Ausgangstext sprachlich, fachlich und idiomatisch korrekt unter Berücksichtigung der Textfunktion in die Zielsprache übertragen zu können.

  • Professionelle ÜbersetzerInnen übersetzen nicht Worte sondern Inhalte.
  • Professionelle ÜbersetzerInnen setzen ihre Sprachkenntnisse, ihr Sprachgefühl und ihre gesamten beruflichen und außerberuflichen Erfahrungen ein, um einen Text herzustellen, der in der Zielsprache klar und unmissverständlich Inhalt und Ausdrucksweise des Ausgangstextes wiedergibt.
  • Professionelle ÜbersetzerInnen kennen das kulturelle Umfeld der Ausgangs- und der Zielsprache und können daher die durch dieses Umfeld gegebenen Besonderheiten verständlich übertragen und gegebenenfalls vermittelnd eingreifen.
  • Professionelle ÜbersetzerInnen sind mit den verschiedensten Fachgebieten vertraut und können sich rasch in ein neues Thema einarbeiten.
  • Professionelle ÜbersetzerInnen scheuen sich nicht, Fragen zu stellen und legen Wert darauf, mit den zuständigen Fachleuten in Kontakt zu treten.

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Was bedeutet "aktive Sprache" beim Übersetzen?

Damit wird die Sprache bezeichnet, aus der und in die übersetzt wird (z. B. aus dem Englischen ins Deutsche und umgekehrt).

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Was bedeutet "passive Sprache" beim Übersetzen?


Damit wird die Sprache bezeichnet, aus der übersetzt wird (z. B. aus dem Englischen ins Deutsche, nicht aber umgekehrt).

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Auftragsabwicklung

AuftraggeberIn:

  • informiert über den Verwendungszweck bzw. das Zielpublikum der Übersetzung.
  • stellt so weit wie möglich und für den Auftrag sinnvoll einschlägige Materialien zur Verfügung. Darunter versteht man Fachliteratur, Terminologielisten, Glossare, Paralleltexte (d.h. Texte in der Zielsprache, die dem Ausgangstext hinsichtlich des Fachgebietes vergleichbar sind), Hintergrundtexte (d.h. Texte in der Ausgangs- oder der Zielsprache, die sich mit dem Thema des Ausgangstextes beschäftigen). Diese Unterlagen tragen dazu bei, dass die ÜbersetzerInnen eine sprachlich und fachlich korrekte Übersetzung unter Berücksichtigung der Textfunktion erstellen können.
  • gibt eine Kontaktperson für Rückfragen an.
  • gibt an, in welcher Form die Übersetzung geliefert werden soll (per E-Mail, Papierausdruck).
  • bei Übersetzungen im Verlagsbereich: schließt einen Übersetzungsvertrag mit dem/der ÜbersetzerIn, in dem alle Rechte und Pflichten der Vertragsparteien festgehalten sind.

AuftragnehmerIn:

  • erstellt einen Kostenvoranschlag erst nach Einsicht in den gesamten Text.
  • vereinbart Liefertermin und Preis (ev. Zuschläge für grafische Gestaltung u.ä.).
  • klärt, in welcher Form die Übersetzung zu liefern ist (per E-Mail, auf Papier).
  • klärt Fragen der USt, UID-Nummer, etc.

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Welche Ausbildungsmöglichkeiten gibt es für ÜbersetzerInnen in Österreich?

In Österreich werden Übersetzen und Übersetzungswissenschaften an drei Universitätsinstituten gelehrt (Graz, Innsbruck und Wien); in der Regel werden drei Sprachen (Mutter-/Bildungssprache, 1. Fremdsprache, 2. Fremdsprache) studiert.

Im Zuge der Umsetzung des Bologna-Prozesses haben die universitären Ausbildungsstätten Wien und Graz bereits das dreiteilige Studium mit BA-, MA- und Ph.D.-Abschlüssen eingeführt. Am Innsbrucker Institut wird die Umsetzung des Bologna-Prozesses vorbereitet. Aufgrund früherer Studienpläne können ausgebildete ÜbersetzerInnen und DolmetscherInnen aber neben Mag.phil. (MA) oder Dr.phil. (Ph.D.) auch folgende akademische Grade haben: Dipl.-Dolm. (für Übersetzen bzw. Dolmetschen) und Akad.Ü. (Kurzstudium).

Literarisches Übersetzen ist ein künstlerischer Beruf, der ohne formale Zugangsvoraussetzungen ausgeübt werden kann. Literarische ÜbersetzerInnen haben daher vielfältige Bildungswege, zumeist auch eine solide philologische oder translatorische Ausbildung.

>> Ausbildungsstätten in Österreich

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Dolmetschen ist...

...die mündliche Übertragung eines gesprochenen Textes aus einer Ausgangssprache in eine Zielsprache.

Ausnahme: Beim Gebärdensprachdolmetschen wird zwischen gesprochenen Sprachen (z.B. Deutsch) und gebärdeten Sprachen (z.B Österreichische Gebärdensprache) vermittelt.

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Was versteht man unter Ausgangs- bzw. Zielsprache?


Als Ausgangssprache wird jene Sprache bezeichnet, aus der gedolmetscht wird. Die Sprache, in die der Text übertragen wird, nennt man Zielsprache.

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Was ist Simultandolmetschen?


Die DolmetscherInnen hören den Vortragenden über Kopfhörer in einer schallisolierten Kabine zu und dolmetschen zeitgleich über Mikrophon in die jeweilige Zielsprache. Die ZuhörerInnen benötigen zum Empfang ebenfalls Kopfhörer und müssen bei jeder Wortmeldung in ein Mikrophon sprechen.

Simultandolmetschen ist ein hochkomplexer Vorgang, bei dem verschiedene Tätigkeiten parallel ablaufen (zuhören - Gehörtes analysieren – noch nicht Gesagtes antizipieren - in die Zielsprache übertragen - reden). Es erfordert höchste Konzentration, die in dieser Intensität nicht länger als 30-40 Minuten aufrechterhalten werden kann. Daher sind für jede Sprache immer mindestens zwei DolmetscherInnen notwendig, die einander ablösen. Die Tagesarbeitszeit für Dolmetscher beträgt höchstens 7 Stunden.

Ausnahme: Da beim Dolmetschen zwischen Laut- und Gebärdensprache die Kommunikation über zwei unterschiedliche Kanäle (visuell und auditiv) abläuft, wird überwiegend simultan gearbeitet, ohne auf technische Hilfsmittel angewiesen zu sein.

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Was ist Konsekutivdolmetschen?



Die Dolmetschung erfolgt ohne Dolmetschanlage nach dem Ende der Wortmeldung. Die Rede kann entweder im Ganzen oder, bei schwierigen Themen, in kürzeren Passagen wiedergegeben werden. Bei längeren Passagen wird als Gedächtnisstütze eine spezielle Notizentechnik verwendet. Aufgrund des erhöhten Zeitaufwandes ist diese Technik eher für kleine Arbeitsgruppen und Tischreden geeignet.

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Was ist Flüsterdolmetschen?


Die Wortmeldung wird zwar "simultan" aber im Flüsterton ohne technische Hilfsmittel für höchstens 2-3 Personen gedolmetscht.
Zu beachten: Das Flüsterdolmetschen erhöht den Geräuschpegel im Saal und ist für DolmetscherInnen und ZuhörerInnen gleichermaßen anstrengend.

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Überblick über die Arten des Dolmetschens


Simultandolmetschen:
  • kein Zeitverlust
  • beliebig viele Sprachen
  • technische Ausrüstung erforderlich
  • mind. 2 DolmetscherInnen, wobei die Anzahl von den Sprachkombinationen abhängt

Ausrüstung: Simultananlage, Tonanlage, Funkmikros bei Diskussionen mit Publikum Kabine(n) im Saal, Techniker für die Dauer der Veranstaltung
Zahl der ZuhörerInnen: unbegrenzt

Konsekutivdolmetschen

  • keine technische Ausrüstung
  • verlängert die Wortmeldungen um fast das Doppelte
  • nur bei zwei Arbeitssprachen sinnvoll

Ausrüstung: Keine
Erfordernis: Sitzplatz mit Schreibmöglichkeit für DolmetscherIn
Zahl der ZuhörerInnen: unbegrenzt

Flüsterdolmetschen

  • kein Zeitverlust
  • keine technische Ausrüstung erforderlich
  • kann störend wirken
  • üblicherweise nur in eine Richtung, manchmal in Kombination mit Konsekutiv in die Gegenrichtung

Ausrüstung: Keine
Erfordernis: strategisch günstiger Sitzplatz für DolmetscherIn
Zahl der ZuhörerInnen: max. 2-3

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Welche Ausbildungsmöglichkeiten gibt es für DolmetscherInnen in Österreich?


In Österreich werden Dolmetschen und Dolmetschwissenschaften an drei Universitätsinstituten gelehrt (Graz, Innsbruck und Wien); in der Regel werden drei Sprachen (Mutter-/Bildungssprache, 1. Fremdsprache, 2. Fremdsprache) studiert.

Im Zuge der Umsetzung des Bologna-Prozesses haben die universitären Ausbildungsstätten Wien und Graz bereits das dreiteilige Studium mit BA-, MA- und Ph.D.-Abschlüssen eingeführt. Am Innsbrucker Institut wird die Umsetzung des Bologna-Prozesses vorbereitet. Aufgrund früherer Studienpläne können ausgebildete ÜbersetzerInnen und DolmetscherInnen aber neben Mag.phil. (MA) oder Dr.phil. (Ph.D.) auch folgende akademische Grade haben: Dipl.-Dolm. (für Übersetzen bzw. Dolmetschen) und Akad.Ü. (Kurzstudium).

Um in Österreich als ÖGS-DolmetscherIn professionell arbeiten zu können, gibt es derzeit drei Wege zum Beruf:

  • Studium am Institut für angewandte Translationswissenschaften in Graz
  • Fachausbildung Gebärdensprachdolmetschen in Linz
  • „Achtung Fertig Los“ Seminarreihe des ÖGSDV
Um in die Liste der geprüften GebärdensprachdolmetscherInnen aufgenommen zu werden, ist neben der Absolvierung einer dieser Bildungsmöglichkeiten die Berufeignungsprüfung des ÖGSDV abzulegen

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Diese kostenlose Broschüre der EU-Kommission bietet weiterführende praktische Informationen zum Berufsbild Übersetzen & Dolmetschen. http://ec.europa.eu/dgs/translation/publications/brochures/languages_in_action_de.pdf

Ihre spezifischen Fragen beantworten wir gerne! Schicken Sie uns eine E-Mail!

 
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